Vor inzwischen 3 Tagen, die sich wie eine halbe Ewigkeit anfühlen, war es dann auch soweit: Die Hespérides tauchte in der Bucht auf und es war Zeit, unser Gepäck in die Zodiaks zu laden. Nach gefühlt tausenden Umarmungen, Abschiedsfotos und dem einen oder anderen Tränchen stiegen auch wir in die Boote und wurden zum Schiff gebracht. Die Ausfahrt aus der Bucht genossen wir an Deck, warfen einen letzten Blick auf unsere Heimat der letzten Wochen und stießen mit Champagner auf die erfolgreiche Saison an.
Kaum hatten wir unsere schützende Insel verlassen ging auch schon der Wellengang los, und ich verabschiedete mich (zum Glück sehr schnell) von meinem Vorhaben, die wenigen Stunden an Bord ohne Drogen zu überstehen. Die ersten 2-3h konnten wir nahezu alle nur mit geschlossenen Augen aushalten, und das, da wir noch keine Zimmer zugeordnet bekommen hatten, alle gemeinsam auf einer Couch. Leider ging es keinem von uns gut genug um die Kraft aufzubringen, davon ein Foto zu machen.
Nach etwa 3 Stunden erreichten wir dann zum Glück Livingston Island mit der spanischen Station Juan Carlos, die wir auch auf der Herfahrt schon besucht hatten. Auch hier wurden Wissenschaftler und Cargo ein- und ausgeladen, bevor es abends noch zum Bayers Camp weiterging, wo wir einen unserer Mitreisenden ausluden, der hier noch weitere Untersuchungen macht.
Am nächsten morgen waren wir dann vor King George Island angekommen. Es dauerte jedoch noch bis ca um 3, bis wir endlich vom Schiff durften und wieder festen Boden unter den Füßen hatten. Dieser wurde uns noch zuätzlich durch unsere lieben Kollegen und Freunde versüßt, die uns am Strand empfingen und mit uns gemeinsam zum Flughafen liefen. So blieben zumindest einige Minuten Zeit, um Neuigkeiten auszutauschen und von Erlebtem zu berichten.
Viel zu schnell mussten wir dann aber ins Flugzeug steigen und erreichten gegen 21:30 Punta Arenas.
Hier war extra ein Shuttle für uns organisiert worden, das uns zumindest fast (und die Definition von fast variiert in Abhängigkeit von der Menge an Gepäck...) bis zum Hostel brachte. Hier wurde nur schnell unsere alte Freundin Marisol, die Hostelbetreiberin, freudig begrüßt und das Gepäck ausgeladen, dann stiefelten wir auch schon wieder los und trafen uns mit unserer kleinen Gruppe zum Abendessen und um Osamas Geburtstag zu feiern.
Danach stand schon wieder die nächste Verabschiedung an: wir mussten uns von Abi und Pete trennen, die schon am nächsten morgen abflogen.
Unseren ersten Tag in Punta Arenas verbrachte Osama mit Arbeiten im Hostel, während ich mich mit zwei spanischen Freunden und später mit dem Rest der Gruppe zum Stadtbummel und gemeinsamen Mittagessen verabredet hatte. Erfreulicherweise trafen wir auch die brasilianische Wissenschaftlergruppe noch einmal wieder. Abends gingen wir dann wieder alle gemeinsam essen, diesmal in einem unserer Stammlokale, dem "Lomitos". Und wieder wurde unsere Gruppe kleiner, da 3 weitere Leute am nächsten morgen Punta Arenas verlassen würden.
Und so werden es Tag für Tag immer weniger bekannte Gesichter, und heute abend sind endlich auch wir dran. Nachdem wir heute beide den Tag im Hostel mit Computerkram verbracht haben, werden wir uns zum Abendessen noch ein letztes mal mit den Verbliebenen treffen, bevor wir morgen früh 6:10 in den Flieger steigen und gen Heimat düsen.
